Reverse Charge und USt-ID im Shopify-Checkout

Kurz beantwortet: Verkaufst du an einen Unternehmer im EU-Ausland, schuldet er die Umsatzsteuer, nicht du. Auf der Rechnung stehen dann beide USt-IdNr. – deine und seine – sowie der ausdrückliche Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“. Umsatzsteuer wird nicht ausgewiesen. Shopify hat für die USt-IdNr. standardmäßig kein Feld.

Wann Reverse Charge greift

Fehlt eines dieser Merkmale, rechnest du regulär mit deutscher Umsatzsteuer ab. Bei Privatkunden im EU-Ausland gelten stattdessen die Regeln zum Fernverkauf und gegebenenfalls OSS.

Was auf die Rechnung gehört

AngabeReverse ChargeNormale B2B-Rechnung
Deine USt-IdNr.PflichtUSt-IdNr. oder Steuernummer
USt-IdNr. des KundenPflichtoptional
Steuersatzkeiner, 0 %19 % / 7 %
Steuerbetragwird nicht ausgewiesenausgewiesen
Hinweistext„Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“nicht nötig

In der XRechnung wird das über die Steuerkategorie AE (VAT Reverse Charge) abgebildet, zusammen mit einem Grund für die Steuerbefreiung. Die USt-IdNr. des Käufers ist das Feld BT-48.

Warum die Prüfung dein Problem ist, nicht das deines Kunden

Wenn du netto abrechnest und sich später herausstellt, dass die USt-IdNr. ungültig war oder der Kunde gar kein Unternehmer ist, kann das Finanzamt die Steuerfreiheit versagen. Dann schuldest du die Umsatzsteuer – und musst sie in der Regel aus eigener Tasche nachzahlen, weil du sie deinem Kunden nicht berechnet hast. Deshalb: vor dem Ausstellen prüfen, nicht danach.

Die Prüfung erfolgt über das Bestätigungsverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern (qualifizierte Bestätigungsabfrage) oder über das europäische VIES-System. Wichtig ist, das Ergebnis zu dokumentieren.

Das Shopify-Problem: kein Feld für die USt-IdNr.

Der Standard-Checkout von Shopify fragt keine USt-IdNr. ab. In der Praxis gibt es drei Wege:

Wichtig ist danach der zweite Schritt: Die erfasste Nummer muss auch in die E-Rechnung übernommen und die Steuerkategorie entsprechend gesetzt werden. Eine reine Notiz im Bestelltext genügt dafür nicht, weil sie nicht strukturiert im Datensatz landet.

Häufige Fragen

Was muss bei Reverse Charge auf der Rechnung stehen?

Deine USt-IdNr., die USt-IdNr. des Kunden und der ausdrückliche Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers. Umsatzsteuer wird nicht ausgewiesen, der Steuersatz beträgt 0 Prozent.

Was passiert, wenn die USt-IdNr. des Kunden ungültig ist?

Dann kann das Finanzamt die Steuerfreiheit versagen. Du schuldest die Umsatzsteuer und musst sie in der Regel selbst tragen, weil du sie dem Kunden nicht berechnet hast. Deshalb sollte die Nummer vor dem Ausstellen der Rechnung geprüft und das Ergebnis dokumentiert werden.

Wie frage ich die USt-IdNr. im Shopify-Checkout ab?

Shopify hat dafür standardmäßig kein Feld. Möglich sind Shopify B2B auf Plus, ein zusätzliches Checkout- oder Bestellfeld oder ein Kundenmetafeld am Kundenkonto. Entscheidend ist, dass die Nummer strukturiert in die E-Rechnung übernommen wird.

Gilt Reverse Charge auch für Privatkunden im EU-Ausland?

Nein. Reverse Charge gilt nur zwischen Unternehmen. Für Privatkunden im EU-Ausland gelten die Regeln zum innergemeinschaftlichen Fernverkauf, gegebenenfalls über das OSS-Verfahren.

Wie wird Reverse Charge in einer XRechnung abgebildet?

Über die Steuerkategorie AE (VAT Reverse Charge) mit einem Grund für die Steuerbefreiung. Die USt-IdNr. des Käufers steht im Feld BT-48, deine eigene im Verkäuferbereich.

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Dieser Text ist keine Steuerberatung und ersetzt kein Gespräch mit deinem Steuerberater.