Rechnungsnummern in Shopify richtig vergeben

Kurz beantwortet: § 14 Abs. 4 Nr. 4 UStG verlangt eine einmalig vergebene, fortlaufende Nummer. Die Shopify-Bestellnummer erfüllt das in der Praxis nicht, weil sie an Bestellungen hängt und nicht an Rechnungen. Für die E-Rechnung brauchst du einen eigenen Nummernkreis, der lückenlos weiterzählt – auch über Stornos hinweg.

Was das Gesetz wirklich verlangt

Die Pflichtangabe steht in § 14 Abs. 4 Nr. 4 UStG: eine „fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird“. Zwei Anforderungen stecken darin:

Sind Lücken verboten?

Hier hält sich ein Irrtum hartnäckig. Eine strikt lückenlose Nummerierung schreibt das Umsatzsteuerrecht nicht ausdrücklich vor – der Bundesfinanzhof hat klargestellt, dass es auf Einmaligkeit und Fortlaufen ankommt. Praktisch ist eine Lücke trotzdem riskant: Bei einer Betriebsprüfung ist eine fehlende Nummer der klassische Anlass für die Rückfrage, ob dahinter ein nicht erfasster Umsatz steckt. Die Beweislast liegt dann bei dir.

Die praktikable Regel: Vergib lückenlos und dokumentiere jede Ausnahme. Eine stornierte Rechnung behält ihre Nummer und bleibt im Archiv – sie wird nicht gelöscht und die Nummer wird nicht neu vergeben.

Warum die Shopify-Bestellnummer nicht reicht

MerkmalShopify-BestellnummerRechnungsnummer
Zählt hoch beijeder Bestellungjeder erstellten Rechnung
Abgebrochene Bestellungverbraucht eine Nummererzeugt keine Nummer
Testbestellungverbraucht eine Nummererzeugt keine Nummer
ErgebnisLücken im Zahlenbanddurchgehende Reihe

Wer die Bestellnummer als Rechnungsnummer verwendet, übernimmt damit automatisch alle Lücken, die durch abgebrochene Checkouts, Testbestellungen und gelöschte Bestellungen entstehen. Genau diese Lücken fallen bei der Prüfung auf.

So sieht ein sauberer Nummernkreis aus

Bewährt hat sich ein Präfix mit Jahr und laufender Nummer, zum Beispiel RE-2026-0001. Wichtig ist nur, dass die Systematik erklärbar bleibt und die laufende Nummer nie zurückspringt. Ein Jahreswechsel mit Neustart bei 1 ist zulässig, solange das Jahr Teil der Nummer ist.

Was bei E-Rechnungen zusätzlich gilt

In der XRechnung ist die Rechnungsnummer das Feld BT-1. Sie ist Pflicht und wird beim Empfänger maschinell verarbeitet – doppelte Nummern führen dort zu Zuordnungsfehlern oder zur Ablehnung. Da E-Rechnungen acht Jahre unverändert aufbewahrt werden müssen, lässt sich eine einmal vergebene Nummer nachträglich auch nicht mehr sauber korrigieren.

Häufige Fragen

Muss die Rechnungsnummer lückenlos sein?

Das Umsatzsteuerrecht verlangt ausdrücklich nur eine einmalig vergebene, fortlaufende Nummer – keine strikt lückenlose Reihe. In der Praxis solltest du trotzdem lückenlos nummerieren, weil fehlende Nummern bei einer Betriebsprüfung regelmäßig zu Rückfragen nach nicht erfassten Umsätzen führen. Jede Lücke sollte dokumentiert und erklärbar sein.

Kann ich die Shopify-Bestellnummer als Rechnungsnummer verwenden?

Technisch ja, praktisch ist es riskant. Bestellnummern zählen auch bei abgebrochenen Checkouts, Testbestellungen und gelöschten Bestellungen hoch. Dadurch entstehen Lücken im Rechnungsnummernkreis, die du bei einer Prüfung erklären musst. Ein eigener, nur für Rechnungen geführter Nummernkreis ist die sichere Lösung.

Welche Nummer bekommt eine Stornorechnung?

Eine Storno- oder Korrekturrechnung erhält eine eigene neue Nummer aus dem laufenden Kreis und verweist auf die ursprüngliche Rechnungsnummer. Die stornierte Rechnung behält ihre Nummer, bleibt im Archiv und wird nicht gelöscht.

Darf ich zum Jahreswechsel wieder bei 1 beginnen?

Ja, sofern das Jahr Teil der Nummer ist, zum Beispiel RE-2026-0001. Die Systematik muss nachvollziehbar sein und darf innerhalb eines Kreises nicht zurückspringen.

Wo steht die Rechnungsnummer in einer XRechnung?

Die Rechnungsnummer ist das Feld BT-1 und eine Pflichtangabe nach EN 16931. Sie wird beim Empfänger maschinell gelesen; doppelte Nummern führen zu Zuordnungsfehlern oder zur Ablehnung der Rechnung.

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Dieser Text ist keine Steuerberatung und ersetzt kein Gespräch mit deinem Steuerberater.